Pferdewissen

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  2. Pferdefütterung
  3. Pferdekauf

Lexikon

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  309. Nasenriemen
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  361. Raumgriff
  362. Rechteckpferd
  363. Registriernummer
  364. Reinrassig
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  366. Reithalfter
  367. Reitlehrer
  368. Reitweise
  369. Rick
  370. Riegeln
  371. Rittigkeit
  372. Roh
  373. Rosse
  374. Röhrbein
  375. Röhrbeinumfang
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  377. Sattelblatt
  378. Satteldecke
  379. Satteldruck
  380. Sattelgurt
  381. Sattelknauf
  382. Sattelzwang
  383. Schabracke
  384. Schecke
  385. Schenkelhilfen
  386. Schimmel
  387. Schlauch
  388. Schnippe
  389. Schritt
  390. Schweifriemen
  391. Schweifrübe
  392. Schweißmesser
  393. Senkrücken
  394. Sitz
  395. Springglocken
  396. Stern
  397. Stockmaß
  398. Strahl
  399. Stute
  400. Sulky
  401. Säbelbeinig
  402. Takt
  403. Tandem
  404. Taxieren
  405. Temperament
  406. Tie
  407. Tiefe
  408. Tigerschecke
  409. Trab
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  420. Umlauf
  421. Unart
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  424. Untugend
  425. Vaquero
  426. Veredler
  427. Verkürzen
  428. Versammlung
  429. Verweigern
  430. Vielseitigkeit
  431. Viereck
  432. Vierspänner
  433. Volte
  434. Voltigieren
  435. Vorderzwiesel
  436. Vorhand
  437. Wall
  438. Wallach
  439. Warmblut
  440. Weben
  441. Weide
  442. Western
  443. Wiehern
  444. Wolfszahn
  445. Wurf
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  447. XX
  448. Y
  449. Zangen
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  451. Zehenwand
  452. Zirkel
  453. Zuchtwahl
  454. Zungenfreiheit
  455. Zungenriemen
  456. Zäumung
  457. Übergänge
  458. Übertreten



Pferdefütterung

Bei der Pferdefütterung scheiden sich die Geister. Während der eine der Meinung ist, Pferde brauchen nichts außer Gras und Heu, setzen andere auf Futterergänzungsmittel, Müsli und vieles mehr. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Nicht ohne Grund gab es früher in jedem Stall einen Futtermeister, der die Rationen für die Pferde genau berechnete. Dabei spielten die Leistungen, die von den Pferden gefordert wurden und die Gesundheit eine große Rolle. Jede Portion wurde genau auf das Pferd abgestimmt. Heute ist man leider davon abgekommen. In vielen Ställen gibt es nicht einmal Pferdemenschen, welche die Fütterung von Pferden gelernt haben. Meist wird Pi mal Daumen gefüttert. Dabei hat die Fütterung einen enormen Einfluss auf die Leistung und die Gesundheit der Pferde.

So leben die jungen Wilden

Pferde in der Wildnis haben einen anderen Tagesablauf. Bei Pferden gehören Bewegung und Fütterung untrennbar zusammen. Über etwa 15 Stunden am Tage bewegen sich Wildpferde im Schritt und fressen dabei. Welchem Pferd wird das in einem Stall geboten? Die ständige Bewegung beim Fressen ist aber Voraussetzung für eine gute physische und psychische Gesundheit. Die Bewegung unterstützt nicht nur die Verdauung und ist Grundlage vieler Stoffwechselvorgänge, dabei werden auch weite Flächen durchwandert. Die Bewegung über große Wiesen, durch Wälder und Steppen sorgt für den perfekten Futterplan, denn überall wachsen andere Pflanzen, die in ihrer Vielfalt das Pferdefutter erst komplett machen. Eine kleine Weide – auch eine Offenstallhaltung – ist damit nicht zu vergleichen. Wildpferde bewältigen Strecken von bis zu 30 Kilometern am Tag. Dabei durchwandern die Pferde verschiedene Vegetationszonen, die in ihrer Gesamtheit den Bedarf der Pferde an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien decken.

Vieles hat sich geändert

Heutige Pferdekoppeln bestehen fast ausschließlich aus unterschiedlichen Gräsern. Kräuter und Blütenpflanzen sind nur noch im geringen Umfang vertreten. Auf den meisten Koppeln und Wiesen sind lediglich Löwenzahn und Gänseblümchen zu finden. Grund dafür ist die fehlende Düngung oder die intensive Nutzung. Gute Fettwiesen mit einer großen Artenvielfalt an Pflanzen werden immer seltener. Traditionell beherbergt eine solche Wiese über 30 bis 40 verschiedene Pflanzenarten. Bei intensiver Nutzung sind kaum noch 10 verschiedene Arten zu finden. Für Pferde bedeutet das auch ein geringeres Angebot an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Und das sowohl beim Weidegang als auch bei der Heufütterung.

Fazit: Das Futter reicht nicht mehr aus, um den Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu decken.

Die Komplexität der Pferdefütterung

Das ist aber nur ein Teil der Pferdefütterung. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass unsere heutigen Pferde nur in den seltensten Fällen ihr Leben entspannt auf Koppeln verbringen. Reiter stellen Ansprüche. Das trifft auf den Freizeitreiter ebenso zu wie auf den Hochleistungssportler. Auch wenn Pferde nicht mehr nach dem Futter suchen müssen, sie werden geritten und müssen bestimmte Leistungsansprüche erfüllen. In vielen Fällen werden die Pferde auch noch falsch geritten. Für eine Stunde kommen die Tiere aus der Box, müssen dann beim Training hohe Leistungen bringen und verschwinden wieder in der Box. Dort bekommen sie Heu, Stroh und Kraftfutter. Die systematische Bewegung fehlt. Die Folge sind Erkrankungen des Verdauungsapparates, des Bewegungsapparates und nicht selten auch psychische Erkrankungen. Scheinbar unwichtige Dinge in der Pferdefütterung können fatale Folgen haben.

Pferdefütterung heute – was wird gefüttert?

Grundlage der Pferdefütterung sind Heu, Gras, Silage und Kraftfutter. Das Raufutter ist die Basis einer guten Fütterung, denn Pferde benötigen die Rohfasern, die im Dickdarm aufgeschlossen werden. Daraus gewinnen Pferde ihre Energie. Ein Großpferd benötigt circa sechs bis neun Kilogramm Heu täglich. Um genaue Werte zu erhalten, sollte eine Rationsberechnung gemacht werden. Der Energiebedarf des Pferdes hängt von verschiedenen Faktoren ab, zu denen das Temperament, die Rasse, die Haltungsbedingungen und die Leistung zählen. Neben dem Raufutter benötigt ein Pferd, das Leistungen bringen soll, ein gutes Kraftfutter. Auch hier hängt die Menge vom Bedarf ab. Wichtig ist es, das Kraftfutter nur in kleinen Portionen zu geben, um den Magen-Darm-Trakt nicht zu überlasten. Außerdem kann ein Zuviel an Kraftfutter verschiedene Krankheiten begünstigen. Futterergänzungsprodukte sind nicht bei jedem Pferd notwendig.

Ein Pferd von etwa 600 kg benötigt bei mittlerem Arbeitspensum circa:

1,5 kg Futterstroh

5,5 kg Heu

2,5 kg Hafer

0,5 kg Mineralfutter

Je nach geforderter Leistung können Luzerne, Leinsamen, Weizenkleie oder Maissilage zugefüttert werden. Alle Futterrationen sind genau auf das Pferd und dessen Leistungen zu berechnen.

Häufig verwendete Futtermittel und ihre Vorteile

Bei der Pferdefütterung beschränkt man sich auf bestimmte Futtermittel. Je nach Stall und dem Angebot der Region kommen verschiedene Futtermittel zum Einsatz und jedes Futtermittel hat spezielle Vorteile und sollte in bestimmten Mengen gefüttert werden:

  • Heu – reich an Raufasern, gute Ballaststoffe, Pferd wird beschäftigt

– ca. 3 kg je 100 kg Körpermasse

  • Maissilage – proteinarm, mit viel Stärke, kann Hafer ersetzen

– 2 bis 4 kg je 100 kg Körpermasse

  • Grassilage – deckt Proteinbedarf, mehr Vitamine als Heu

– 2 bis 4 kg je 100 kg Körpermasse

  • Klee, Luzerne – sehr eiweißreich, viel Magnesium und Kalzium, sehr gut verdaulich

– 1 bis 4 kg je 100 kg Körpermasse

  • Hafer – Kraftfutter, gut verdaulich, viele Vitamine und Mineralien, wenig Kohlenhydrate

– ca. 0,5 kg je 100 kg Körpermasse

  • Gerste – weniger Eiweiß als Hafer (etwa 10%), viel Stärke, wenig Fett

– ca. 0,5 kg je 100 kg Körpermasse

  • Weizenkleie – darf nur angefeuchtet gefüttert werden, sehr verdauungsanregend

– etwa 0,2 kg je 100 kg Körpermasse

  • Leinsamen – viele Vitamine und Mineralstoffe, beinhaltet Omega 3 und 6 Fettsäuren

– etwa 0,1 kg je 100 kg Körpermasse

Über den Sinn und Unsinn von Ergänzungsfuttermitteln

Bei all dem, was bisher geschildert wurde, könnte man annehmen, dass Futterergänzungen in allen Formen ein unbedingtes Muss sind. Und so sind vor einigen Boxentüren zahlreiche Pülverchen und Tränklein zu finden. Das Angebot an Zusatzfuttermitteln ist riesig. Die Wenigsten sind wirklich notwendig. Gerade bei Futterergänzungsprodukten ist es wichtig, nicht sinnlos drauf loszufüttern. Hier sollten Absprachen mit einem Tierarzt erfolgen. Einige Produkte können nämlich durchaus auch schaden. Die Annahme, alles, was zu viel ist, wird automatisch ausgeschieden, ist falsch. So kann zum Beispiel eine Überversorgung mit Selen zu schweren Erkrankungen führen, denn Selen ist sowohl lebensnotwendig, kann aber auch hoch-toxisch sein. Das gilt auch für andere Spurenelemente. Futterergänzungsmittel sollten also niemals ohne bestimmten Grund gefüttert werden.

Wann sind Futterergänzungsprodukte sinnvoll?

Auf jeden Fall immer dann, wenn Pferde Mangelerscheinungen aufweisen, bereits Erkrankungen haben, die mit einer ausgewogenen Fütterung verbessert werden können oder sehr hohe Leistungen bringen müssen. Futterergänzungsmittel haben sich besonders bei Problemen mit dem Bewegungsapparat bewährt. Reitpferde oder Turnierpferde, die im Sport extrem beansprucht werden, weisen immer wieder Sehnenschäden, Muskelprobleme und Gelenkerkrankungen auf, die nicht selten auch von Schmerzen begleitet werden. Aber auch durch Zucht und Bewegungsmangel können Erkrankungen entstehen. Eine gezielte Fütterung kombiniert mit einer angepassten Bewegung kann hier wahre Wunder wirken. Sicher wird man aus einem alten Pferd, das schon einiges im Leben geleistet hat, kein junges Fohlen machen. Aber schmerzfreie bzw. -freiere Bewegungen sind möglich. Dazu ist ein hochwertiges Ergänzungsfutter notwendig, dessen Komponenten genau auf die entsprechenden Probleme abgestimmt sind.

Synthetisch oder natürlich - was ist effektiver?

Gerade bei langwierigen Erkrankungen können natürliche Heilmittel die bessere Alternative sein, denn sie wirken oft sanfter und effektiver. Deshalb beinhalten Futterergänzungsprodukte meist natürliche Inhaltsstoffe, die gezielt auf die Mangelerscheinungen oder Erkrankungen abgestimmt sind. Inhaltsstoffe wie Glucosamin, Chlorella, Methylsulfonylmethan (MSM) und andere haben sich bereits mehrfach bewährt.

Der Vorteil natürlicher Inhaltsstoffe: sie können meist vom Körper besser aufgenommen werden und sind wichtige Bausteine.

Augen auf beim Kauf von Futterergänzungsprodukten

Wichtiges Kriterium bei Ergänzungsfuttermitteln ist vor allem die Qualität. Immer mehr Produkte werden heute aus Rohstoffen hergestellt, die aus einem kontrollierten Anbau kommen, bei dem auf den Einsatz von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln verzichtet wird. Diesen Produkten ist natürlich der Vorrang zu geben. Doch auch auf das Unternehmen, welches hinter den Produkten steht, sollte man achtgeben. Gezielt wirkende Produkte werden nicht ohne Grund durch Tierärzte entwickelt. Aus diesem Grund habe ich mich für die Entwicklung von EquiMove entschieden - natürliche Wirkstoffe für ein glückliches, langes Pferdeleben. Damit Bewegung wieder Freude macht!



Pferdekauf - was man vor dem Kauf wissen sollte

Irgendwann hat jeder Reiter den Wunsch, ein eigenes Pferd zu besitzen, dass er pflegen und reiten kann und vielleicht den einen oder anderen Erfolg erzielt. Doch ein Pferdekauf ist nicht ganz so einfach. In der Vielzahl der Angebote stellt sich für Käufer oft die Frage, wo ein Pferd preiswert erworben werden kann und welcher Verkäufer seriös ist. Außerdem sollte vor allem vor dem Kauf genau geprüft werden, ob die laufenden und außergewöhnlichen Kosten getragen werden können. Ein Pferdekauf ist kein leichtes Unterfangen, schließlich soll das Tier die eigenen Ansprüche erfüllen, dem Leistungsstand des Reiters angepasst sein und muss für viele Jahre versorgt werden.

Um Dir beim Kauf Deines Pferdes zu helfen, habe ich für Dich den nachfolgenden Ratgeber geschrieben. Ich hoffe, dass er Dich beim Pferdekauf begleitet und Dir bei der Entscheidung weiterhilft.

Pferd kaufen oder mieten

Bevor man sich zu einem Kauf entschließt, sollte der Reiter sich darüber Gedanken machen, ob ein Kauf sinnvoll ist. Einiges spricht für das eigene Pferd, andere Punkte sprechen dagegen. Ein Pferd kostet im Laufe der Zeit eine Menge Geld. Das sind nicht nur die üblichen Pensionskosten, die sich je nach Stall und Region auf zwischen 180 und 400 Euro pro Monat belaufen. Dazu gehört auch die Reitausrüstung, eventuell Unterricht und Ausbildung, aber auch Tierarztkosten, Hufschmied und Versicherungen.

Vor- und Nachteile des Pferdekaufs

Der Umstand, dass das eigene Pferd auch nach eigenen Vorstellungen ausgebildet und immer geritten werden kann, ohne sich mit anderen abzusprechen, ist ein entscheidender Vorteil. Es gibt keinen anderen Reiter, der einem das Pferd streitig machen kann und mit dem man sich eventuell abstimmen muss. Und schließlich ist es schön, das eigene Pferd verwöhnen zu können. Es gibt aber auch einige Punkte, die gegen das eigene Pferd sprechen. Dazu gehört vor allem der Kostenfaktor. Für viele Reiter bedeutet das eigene Pferd, über viele Jahre jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen. Es sind nicht nur die Pensionskosten, die monatlich aufgebracht werden müssen, denn kaum ein Reiter hat auch einen eigenen Stall. Hinzu kommen noch die Kosten für Hufschmied, Sattelzeug, Versicherung (eventuell auch Krankenversicherung), Reitlehrer, vielleicht auch einen Bereiter. Auch nicht eingerechnet sind Tierarztkosten, wenn das Pferd sich verletzt oder krank wird. Da können schnell ein paar tausend Euro zusammenkommen.

Reiten ist ein aufwendiges und teures Hobby und so mancher Reiter musste sich schon von seinem Pferd trennen, weil die Kosten überhandnahmen. Doch nicht nur die Kosten sind zu bedenken, auch der Zeitfaktor muss angesprochen werden. Auch wenn Stall misten und füttern heute meist von den Betreibern des Pensionsstalls übernommen werden, braucht ein Pferd Zeit. Wer erfolgreich reiten möchte, sollte fast jeden Tag zwei Stunden einplanen. Anfahrtszeit nicht mitgerechnet. Dazu kommen vielleicht am Wochenende noch Turniere. Und das nicht nur ein oder zwei Jahre lang, sondern solange das Pferd lebt.

Alternativen zum Pferdekauf können die bessere Variante sein

Bevor Reiter sich zu einem Kauf entschließen, sollten sie sich mit den Alternativen auseinandersetzen. Gerade Anfänger sind mit den Schulpferden in Vereinen und Reitställen besser bedient. Die Pferde sind ausgebildet und für Anfänger sicher. Es müssen zwar die Kosten für den Reitunterricht getragen werden, mehr aber auch nicht. Sattelzeug und Pferd werden gestellt und die Reitausbildung gibt es obendrein. In vielen Ställen kann man mit diesen Pferden auch so manches Turnier bestreiten. Bei einer Reitstunde sind mit Kosten zwischen 15 und 40 Euro zu rechnen. Bei Ausbildung in höheren Reitklassen kann es auch mehr werden. Organisiert man sich im Verein, werden die Reitstunden meist günstiger, dafür kommen die Mitgliedsbeiträge hinzu, die aber überschaubar sind und sich auf etwa 100 Euro pro Jahr belaufen.

Die zweite Alternative wäre eine Reitbeteiligung. Reiter, die ein eigenes Pferd besitzen, suchen oft einen Reiter, der sich mit um das Pferd kümmert und das Pferd bewegt. Hier kommen in den meisten Fällen feste monatliche Beträge auf einen zu, die man überschauen kann. Die Preise dafür richten sich nach den regionalen Gegebenheiten. Der Pferdebesitzer summiert die Kosten von Pension, Hufschmied, Wurmkur und Impfungen und teilt diese durch die Anzahl der Reiter. Gibt es also zwei oder mehr Reitbeteiligungen auf einem Pferd, werden die Kosten für jeden günstiger. In der Regel belaufen sich die monatlichen Beträge auf 50 bis 150 Euro.

Pferdekauf mit Sinn und Verstand

Soll es unbedingt das eigene Pferd sein, sollten sich Reiter vorher genau informieren. Reiter und Pferd müssen zusammenpassen, um lange Freude aneinander zu haben. Zu den wichtigsten Punkten gehören:

  • Welche Erfahrung bringt der Reiter mit?
  • Welches Können soll das Pferd mitbringen?
  • Wo findet man seriöse Verkäufer?
  • Welche finanziellen Mittel stehen jetzt und später zur Verfügung?

Pferdekauf – besser nicht allein

Allein kann man, sollte man sich aber lieber nicht, zu einem Pferdekauf aufmachen. Vier Augen sehen mehr als zwei. Besser ist es, beim Pferdekauf einen Fachmann an der Seite zu haben, wenn man selber kein herausragender Reiter und Pferdefachmann ist. Außerdem sieht man beim Reiten nicht alles von oben. Ein zweiter Reiter oder vielleicht der Reitlehrer, in den man Vertrauen hat, kann beobachten, wenn man selber Probe reitet. Und auch den Tierarzt, zu dem man Vertrauen hat, sollte man nicht vergessen. Steht das Verkaufspferd weiter weg, ist ein unabhängiger Tierarzt vor Ort eine gute Wahl.

Welches Pferd ist das Richtige?

Bevor man sich für das eine oder andere Pferd entscheidet, sollten Reiter ihr eigenes Können analysieren. Anfänger benötigen ein gut ausgebildetes, ruhiges Pferd, mit dem sie beim Reiten Spaß haben und von dem sie noch etwas lernen können. Wer sich als Anfänger für einen ungerittenen Jungspund entscheidet, muss mit Komplikationen rechnen. Da ist ein fertig ausgebildetes Pferd die bessere Wahl. Doch nicht nur den Ausbildungsstand sollten Reiter hinterfragen, auch den eigenen Charakter. Wer selbst schon hippelig und ungeduldig ist, der sollte sich besser nicht für einen Vollblüter entscheiden.

Freizeitpferd oder doch lieber Dressurcrack? Springreiten oder Vielseitigkeit? Western oder Klassisch? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Meist haben sich Reiter schon während der Ausbildung festgelegt. Günstig ist es, gezielt zu kaufen. Von allem etwas gibt es meist nicht. Diesen Anspruch erfüllen nur wenige Pferde. Viele Pferderassen sind auf einsprechende Disziplinen gezüchtet. Hier ein paar Beispiele:

  • Westernreiten: Quarter Horse, Appaloosa, Paint Horse
  • Springreiten: Mecklenburger, Hannoveraner, Holsteiner
  • Dressurreiten: Holsteiner, Oldenburger, Hannoveraner
  • Barockreiten: Friesen, Andalusier
  • Vielseitigkeit: Trakehner, Araber, Angloaraber

Ein wichtiges Kriterium ist der Ausbildungsstand des Pferdes. Wenn es sich nicht gerade um ein Fohlen oder ein ungerittenes Pferd handelt, verfügen die Pferde meist über einen Ausbildungsstand entsprechend der Leistungsklassen, die da sind:

  • E für Einsteiger
  • A für Anfänger
  • L für leicht
  • M für mittel
  • S für schwer

Diese Leistungsklassen gibt es sowohl beim Springen als auch bei der Dressur. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass ein Anfänger kaum in der Lage sein wird, ein M- oder S-Pferd zu reiten. Beim Westernreíten, Distanzreiten und Barockreiten gibt es jeweils andere Vorgaben. Diese Pferde müssen entsprechend ausgebildet sein.

Wo können Pferdemenschen ein Pferd sicher kaufen?

Züchter, Händler, Privat, Schlachter – es gibt viele Möglichkeiten, zu einem Pferd zu kommen. Am besten kaufen Reiter natürlich beim Fachmann. Das ist aber nicht die günstigste Variante. Beim Gnadenhof, Pferdemarkt oder Schlachter kann man beim Anschaffungspreis sparen, zahlt aber in den einigen Fällen am Ende drauf.

Pferdezüchter

Pferdezüchter bringen viel Erfahrung mit und wissen, welches Pferd passt. Sie wissen, welche Abstammung und damit Veranlagung die Pferde mitbringen, haben sie aufgezogen und lange beobachtet. Gute Züchter erziehen ihre Pferde von klein auf. Käufer haben die Möglichkeit, zumindest die Mutter zu sehen und die Haltung, in der das Pferd aufgewachsen ist, kennenzulernen. Nicht immer wird man hier bereits gerittene Pferde erhalten. Züchter haben aber noch einen anderen Vorteil. Wer gezielt nach einer Rasse sucht, wird bei einem Züchter am schnellsten fündig werden. Ein paar Beispiele zu verschiedenen Rassen:

Pferdehändler

Anders ist es bei Händlern, wo oft ein reges Kommen und Gehen herrscht. Die Pferde sind meist nicht lang im Stall und der Händler kennt sie nicht richtig. Viele der Pferde sind durch ein oder mehrere Hände gegangen und haben bereits eine Vorgeschichte, bevor sie beim Händler landen. Hier werden Käufer in den meisten Fällen nur wenig Auskunft über den Charakter und die Ausbildung erhalten. Vor allem dann nicht, wenn das Pferd erst seit Kurzem im Stall ist. Unter Umständen müssen Reiter sich auf einiges gefasst machen, wenn das Pferd beim Vorbesitzer nicht in den besten Händen war. Nicht jede Untugend oder Psychose lässt sich korrigieren.

Ausbildungsstall

Eine gute Wahl ist der Kauf in einem guten Ausbildungsstall. In Ausbildungsställen werden Pferde angeritten oder Korrektur geritten, bevor sie zum Verkauf stehen. Seriöse Ausbildungsställe sind eine Gewähr für fachgerecht ausgebildete Pferde entsprechend der Leistungsklassen. Oft sind die Pferde bereits auf Turnieren gewesen und wurden im Wettkampf vorgestellt. Hier können Käufer sich ausgiebig beraten lassen und auch Pferde Probe reiten. Nimmt man sich etwas mehr Zeit und beobachtet die Reiter beim Training, wird man auch schnell erkennen, wie ausgebildet wird und ob der Stall seriös ist.

Privat

Günstiger kommt man meist beim Kauf von Privat. Oft haben andere Pferdefreunde ein Pferd abzugeben, weil sich die private Situation verändert hat. Wer auf dem privaten Markt kauft, sollte unbedingt einen Fachmann mitnehmen, wenn er nicht selber fachkundig ist oder Pferde in- und auswendig kennt. Denn das Aussehen allein macht es nicht. Vorteil: der Reiter kennt sein Pferd genau und kann viel zur Vorgeschichte, zu Macken und Leistungen sagen.

Gnadenhof

Viele Reiter und Pferdefreunde möchten Tieren helfen und deshalb ein Pferd aus einer Notsituation retten. Pferdeschutzhöfe haben oft Pferde zu vermitteln, die aus Notsituationen stammen. Hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Pferde nicht selten aus schlechten Haltungen stammen, traumatisiert sind und eine besonders erfahrene Hand benötigen. Die Betreiber der Pferdeschutzhöfe kennen ihre Schützlinge und helfen bei der Auswahl.

Pferdemarkt

Gänzlich abzuraten ist von einem Kauf auf sogenannten Pferdemärkten. So ganz ohne Ankaufuntersuchung können sich Pferdefreunde später schnell übers Ohr gehauen fühlen. Auch der Proberitt ist meist nicht möglich und wenn, dann nicht ausgiebig genug. Hier kauft man die Katze im Sack.

Schlachter

Wer ein Pferd vor dem Tod retten möchte, kann vom Schlachter kaufen. Der Kauf ist hier eher die kleinste Hürde. Vor dem Kauf sollten sich Käufer genau über den Schlachter informieren und prüfen, ob dieser verantwortungsvoll ist. Ohne Tierarzt sollte man nicht kaufen, denn viele Pferde landen hier, weil sie krank sind. Das würde in Zukunft hohe Kosten bedeuten. Ein Schlachter wird nichts über das Vorleben des Pferdes sagen können. Schnell könnte man sich zu einem Mitleidskauf hinreißen lassen, den man teuer bezahlt. Andererseits gibt es hier aber auch zahlreiche Fohlen, die man kaum an anderer Stelle so günstig erwerben kann. Gekauft wird beim Schlachter nach Gewicht.

Pferdekauf online – ob das sinnvoll ist?

Wirklich online wird niemand ein Pferd kaufen. Hier kann die erste Auswahl erfolgen, doch der richtige Kauf findet beim Anbieter statt. Zahlreiche Online-Portale bieten aber die Möglichkeit, mit Züchtern, Händlern und Pferdemenschen aus aller Welt zusammenzukommen. Die Chance auf das passende Pferd steigt. Bei einem Kaufvorhaben sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, die Portale zu durchkämmen, denn diese bieten eine gute Orientierung. Hier lässt es sich auch zum Preis recherchieren. Nirgendwo sonst findet man so viele Kontakte wie hier. Muss man sonst stundenlang von Ort zu Ort und von Züchter zu Züchter fahren, hat man auf den Portalen tausende Angebote. Den Kauf sollte man dann natürlich vor Ort abschließen. Die meisten Anzeigen in den Portalen sind zwar glaubwürdig und seriös, doch unter den Pferdeverkäufern gibt es immer wieder mal ein schwarzes Schaf, das auch in den Portalen inseriert. Ein Kauf per Scheck oder Überweisung ohne das Pferd und die Papiere vorher gesehen zu haben, sollte nicht infrage kommen. Zu den bekanntesten Online-Portalen gehören:

  • Pferdekauf: www.pferdekauf.de
  • ehorses: www.ehorses.de
  • Pferdemarkt24: www.pferdemarkt24.de

Was zeichnet seriöse Pferdeverkäufer aus?

Wichtigstes Kriterium eines seriösen Pferdeverkäufers: er wird niemals zum Kauf drängen! Ansagen wie „Entscheiden sie sich jetzt, morgen könnte das Pferd weg sein“ gehören nicht zu den Gepflogenheiten guter Verkäufer. Seriöse Verkäufer gestatten auch mehrere Proberitte und ermöglichen es, sofern die Möglichkeit besteht, verschiedene Pferde auszuprobieren. Wird die Ankaufuntersuchung zum Problem, sollte man besser die Finger vom Pferdekauf lassen. Natürlich sollte es möglich sein, das Pferd zu putzen und zu satteln. Und auch der Fachmann des Vertrauens sollte mit auf den Hof dürfen.

Was darf ein gutes Pferd kosten?

Um ganz ehrlich zu sein, da gibt es keine feste Summe. In den meisten Fällen bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Ein gut ausgebildetes Pferd, das vielleicht schon in Klassen M und S erfolgreich war, kostet natürlich weitaus mehr, als ein Freizeitpferd. Preise von 1.000 bis in den sechsstelligen Bereich sind möglich. Nicht zu sprechen von Elitepferden, die gar Millionen kosten. Eins sollte man sich vor dem Kauf klarmachen: Auf der Abstammung kann man nicht reiten. Nur weil ein Pferd exklusive Eltern hat, muss es nicht zwangsläufig perfekt gehen und sollte erst recht nicht teurer sein. Die Kosten für ein Pferd sind abhängig von der Ausbildung, dem Gesundheitszustand und auch von der Rasse. Und letztendlich von dem, was man selber bereit ist zu zahlen.

Medizinischer Check ist Pflicht

Kein Pferdekauf ohne Ankaufuntersuchung. Beim Pferdekauf sollten Käufer unbedingt einen Tierarzt mitnehmen, dem man vertraut. Gerade bei hohen Kaufpreisen ist eine Ankaufuntersuchung wichtig, denn nicht alles ist auf den ersten Blick zu sehen. Unterlagen über das Pferd und seine Behandlungen sollten vom Verkäufer vorgewiesen werden können.

Worauf sollte man beim Pferd achten?

Einige Punkte kann man auch als Reiter beurteilen, ohne einen Tierarzt zur Seite zu haben. Zunächst sollte das Pferd beobachtet werden. Das Verhalten sagt viel über das Pferd aus. Einige Fehlverhalten können nur schwer oder gar nicht abgewöhnt werden und sind oft Folge einer falschen Behandlung.

  • Ist es ausgeglichen oder nervös?
  • Kann es einfach vom Stall weggeführt werden?
  • Ist es beim Führen eher träge oder tänzelt es unruhig nebenher?
  • Wie verhält es sich beim Satteln, Putzen und anderen Tätigkeiten?
  • Hat es eine Untugend wie Koppen, Beißen, Schlagen?

Die Körperproportionen sollten natürlich stimmig sein. Das Pferd ist im besten Fall optimal bemuskelt, die Rippen sind nicht zu sehen. Ein perfektes Pferd gibt es nicht, darüber sollten Reiter sich im Klaren sein. Bei der Beurteilung des Exterieurs sollten Käufer auch nicht unbedingt nach Fehlern suchen, denn so manches Pferd, das nicht optimal gebaut ist, hat sich beim Reiten schon in einen Traumtänzer verwandelt.

Beurteilt werden sollten Hals, Beine, Gelenke, Zähne und Hufe. Den Beinen sollten Reiter besondere Beachtung schenken. Gesunde Beine und Hufe sind ein unbedingtes Muss. Bei geschwollenen Beinen und Gelenken sollte man sich den Kauf lieber überlegen oder prüfen lassen, woran es liegt.

Was ist ein Pferde-TÜV und wer übernimmt die Kosten?

Als TÜV werden verschiedene Untersuchungen beim Pferd bezeichnet, die ein Bild über die Gesundheit bzw. die Erkrankungen des Pferdes machen. Möglich ist ein kleiner oder großer TÜV.  Beim kleinen TÜV wird der Allgemeinzustand geprüft. Kontrolliert werden Herz und Lunge, Haut und Fell, Puls, Temperatur und Atmung. Aber auch Maul, Kot und Nervensystem werden geprüft. Der Rücken wird abgetastet, die Beine in Ruhe und in Bewegung angeschaut und die Belastung geprüft. Beim großen TÜV werden neben den Standarduntersuchungen auch Röntgenbilder gefertigt. Üblich sind bis zu zehn Bilder. Möglich sind auch Ultraschalluntersuchungen, Samenproben beim Hengst und endoskopische Untersuchungen. Bei Zuchtstuten und Zuchthengsten kommen Blutuntersuchungen dazu. Ein TÜV kann je nach Umfang zwischen 100 und 1.000 Euro kosten. In den meisten Fällen wird vom Verkäufer die Standardform bezahlt und der Käufer kommt für alle weiteren Untersuchungen auf. Im Prinzip ist es aber Verhandlungssache.

Ohne Proberitt kein Pferdekauf

Vor dem Kauf sollte der zukünftige Reiter unbedingt auf dem Pferd gesessen haben, sofern es angeritten ist. Zuerst sollte das Pferd von Verkäufer vorgeritten werden. Abschließend probieren Reiter selber und prüfen, ob sie mit dem Pferd harmonieren. Kleine Unstimmigkeiten lassen sich auch später noch beheben, aber das Gefühl, mit dem Pferd eins werden zu können, sollte schon da sein. Beim Proberitt ist es gut, wenn man die Dinge langsam angehen lässt. Vielleicht sind auch mehrere Trainingstage möglich. Eventuell geht der Verkäufer auch einen Pferdekauf auf Probe ein. Der Käufer hat dann die Möglichkeit, das Pferd in Ruhe zu Hause zu prüfen.

Erst mit Papieren wird der Kauf perfekt

Die korrekten Papiere gehören unbedingt zum Pferdekauf. Jedes Pferd muss einen Equidenpass und eine Eigentumsurkunde haben. Pferde, die nach dem 1. Juli 2009 geboren sind, müssten eigentlich auch über einen Transponder verfügen, dessen Nummer in den Papieren eingetragen ist. Leider funktioniert das bei Pferden vom Schlachter oder von Gnadenhöfen meist nicht so unkompliziert. Dort kann es gut sein, dass die Papiere beantragt werden müssen, weil sie nicht mehr vorhanden sind.

Mit diesen Kosten muss man nach dem Kauf rechnen

Nach dem Kauf ist vor dem Kauf. Die Kosten werden nicht weniger, sondern eher mehr. Zusätzlich zu den Pensionskosten, die je nach Stall zwischen 180 und 400 Euro monatlich betragen können, schlägt erst einmal die Grundausrüstung zu Buche. Dazu gehören kleine Dinge wie Longe, Halfter, Strick, Trense, Putzzeug, Abschwitzdecke und vielleicht auch eine Winter- oder Regendecke. All das kostet schon mal circa 500 Euro. Dazu kommt noch ein Sattel, der zwischen 1.000 und 4.000 Euro kostet. Für die Grundausrüstung des Reiters werden noch mal etwa 250 bis 300 Euro benötigt. Eine Reserve sollte man sich für Tierarzt, Hufschmied, Pflegeprodukte und Futterergänzungsmittel zulegen.

Monatliche Kosten

Zu den monatlichen Kosten gehören vor allem die Pensionskosten für die Unterbringung in einem Stall. Diese können je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen. So betragen die Kosten in der Region München ca. 400 Euro, in Berlin ca. 440 Euro, in Brandenburg etwa 200 Euro oder in Pulheim etwa 300 Euro. Die Preise sind sehr unterschiedlich und sollten vorher in Erfahrung gebracht werden. Offenställe sind meist günstiger als eine richtige Box, die Reitanlage mit Reithalle, Karussell und mehreren Reitplätzen kostet mehr als ein Stall, der nur einen Reitplatz hat. Die Wahl der Unterbringung richtet sich aber auch nach den Anforderungen des Reiters. Wer große Turniere reiten will, braucht die Voraussetzungen fürs Training. Bei einer monatlichen Stallmiete von 300 Euro, in der dann die Nutzung der Anlage, Einstreu und Futter enthalten sind, kommen im Jahr schon mal 3.600 Euro zusammen.

Weitere regelmäßige Kosten

Zu den monatlichen Kosten kommen Kosten, die in regelmäßigen Abständen zu tragen sind. Dazu gehört der Hufschmied. Bei beschlagenen Pferden mit Eisen ohne Gesundheitseisen betragen diese ca. 120 Euro. Bei Barhufern sind es etwa 30 Euro. Auch hier kann es regionale Unterschiede geben. Vier Mal im Jahr sollte eine Wurmkur gemacht werden. Die Preise dafür liegen zwischen 15 und 40 Euro. Zwei Mal jährlich braucht das Pferd eine Impfung gegen Herpes und Influenza, deren Kosten jeweils etwa 60 Euro betragen. Jährlich kommt eine Impfung gegen Tollwut hinzu, die ca. 40 Euro kostet und aller zwei Jahre ist die Tetanusimpfung mit etwa 20 Euro fällig. Auch die Haftpflichtversicherung fürs Pferd ist jährlich zu bezahlen und schlägt mit etwa 100 Euro zu Buche. Wer clever ist, legt sich wenigstens eine Pferde-OP-Versicherung zu. Der Basisschutz kostet etwa 200 Euro jährlich.

Beispielrechnung für die Kosten für ein Pferd:

Stallmiete 12 x 300 € = 3.600 €
Impfungen =   180 €
Wurmkur 4 x   20 € =     80 €
Schmied 8 x 100 € =   800 €
Versicherung Haftpflicht =   100 €
Versicherung OP-Schutz =   200 €
Gesamtkosten jährlich = 4.960 €
Gesamtkosten monatlich =   415 €

 

Dazu kommen immer wieder Kosten für die Ausrüstung von Pferd und Reiter. Außerdem fallen unvorhersehbare Tierarztkosten an, die durch eine Versicherung nicht abgedeckt sind. Mit etwa 500 Euro sollten Pferdebesitzer also in jedem Fall rechnen.

Fazit zum Pferdekauf

Ein Pferdekauf will gut überlegt sein. Bevor man sich dafür entscheidet, sollten zukünftige Besitzer genau prüfen, ob ein Pferdekauf nicht nur beim Kauf, sondern auch bei den nachfolgenden Kosten finanziell zu stemmen ist. Außerdem sollte ausreichend Freizeit vorhanden sein. Wer sich nicht sicher ist, über viele Jahre hinweg ein Pferd unterhalten und betreuen zu können, sollte sich lieber für eine Alternative, wie eine Reitbeteiligung, entscheiden. Dabei liegen die Kosten weitaus niedriger. Ändert sich die finanzielle Situation, kann man meist leicht aussteigen.

Muss es unbedingt das eigene Pferd sein, ist ein guter und vor allem seriöser Verkäufer auszuwählen. Bei Züchtern und guten Ausbildungsställen sind gute Pferde zu bekommen, hier liegen die Preise aber auch etwas höher. Günstiger wird es beim Händler, der aber nur wenig über die Vorgeschichte sagen kann. Ohne Tierarzt und Ankaufsuntersuchung sollte kein Pferdekauf erfolgen.

Ist das richtige Pferd einmal gefunden kann dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. Doch auch mit Schulpferd oder Reitbeteiligung ist sicher: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!“