Pferdefütterung

Bei der Pferdefütterung scheiden sich die Geister. Während der eine der Meinung ist, Pferde brauchen nichts außer Gras und Heu, setzen andere auf Futterergänzungsmittel, Müsli und vieles mehr. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Nicht ohne Grund gab es früher in jedem Stall einen Futtermeister, der die Rationen für die Pferde genau berechnete. Dabei spielten die Leistungen, die von den Pferden gefordert wurden und die Gesundheit eine große Rolle. Jede Portion wurde genau auf das Pferd abgestimmt. Heute ist man leider davon abgekommen. In vielen Ställen gibt es nicht einmal Pferdemenschen, welche die Fütterung von Pferden gelernt haben. Meist wird Pi mal Daumen gefüttert. Dabei hat die Fütterung einen enormen Einfluss auf die Leistung und die Gesundheit der Pferde.

So leben die jungen Wilden

Pferde in der Wildnis haben einen anderen Tagesablauf. Bei Pferden gehören Bewegung und Fütterung untrennbar zusammen. Über etwa 15 Stunden am Tage bewegen sich Wildpferde im Schritt und fressen dabei. Welchem Pferd wird das in einem Stall geboten? Die ständige Bewegung beim Fressen ist aber Voraussetzung für eine gute physische und psychische Gesundheit. Die Bewegung unterstützt nicht nur die Verdauung und ist Grundlage vieler Stoffwechselvorgänge, dabei werden auch weite Flächen durchwandert. Die Bewegung über große Wiesen, durch Wälder und Steppen sorgt für den perfekten Futterplan, denn überall wachsen andere Pflanzen, die in ihrer Vielfalt das Pferdefutter erst komplett machen. Eine kleine Weide – auch eine Offenstallhaltung – ist damit nicht zu vergleichen. Wildpferde bewältigen Strecken von bis zu 30 Kilometern am Tag. Dabei durchwandern die Pferde verschiedene Vegetationszonen, die in ihrer Gesamtheit den Bedarf der Pferde an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien decken.

Vieles hat sich geändert

Heutige Pferdekoppeln bestehen fast ausschließlich aus unterschiedlichen Gräsern. Kräuter und Blütenpflanzen sind nur noch im geringen Umfang vertreten. Auf den meisten Koppeln und Wiesen sind lediglich Löwenzahn und Gänseblümchen zu finden. Grund dafür ist die fehlende Düngung oder die intensive Nutzung. Gute Fettwiesen mit einer großen Artenvielfalt an Pflanzen werden immer seltener. Traditionell beherbergt eine solche Wiese über 30 bis 40 verschiedene Pflanzenarten. Bei intensiver Nutzung sind kaum noch 10 verschiedene Arten zu finden. Für Pferde bedeutet das auch ein geringeres Angebot an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Und das sowohl beim Weidegang als auch bei der Heufütterung.

Fazit: Das Futter reicht nicht mehr aus, um den Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu decken.

Die Komplexität der Pferdefütterung

Das ist aber nur ein Teil der Pferdefütterung. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass unsere heutigen Pferde nur in den seltensten Fällen ihr Leben entspannt auf Koppeln verbringen. Reiter stellen Ansprüche. Das trifft auf den Freizeitreiter ebenso zu wie auf den Hochleistungssportler. Auch wenn Pferde nicht mehr nach dem Futter suchen müssen, sie werden geritten und müssen bestimmte Leistungsansprüche erfüllen. In vielen Fällen werden die Pferde auch noch falsch geritten. Für eine Stunde kommen die Tiere aus der Box, müssen dann beim Training hohe Leistungen bringen und verschwinden wieder in der Box. Dort bekommen sie Heu, Stroh und Kraftfutter. Die systematische Bewegung fehlt. Die Folge sind Erkrankungen des Verdauungsapparates, des Bewegungsapparates und nicht selten auch psychische Erkrankungen. Scheinbar unwichtige Dinge in der Pferdefütterung können fatale Folgen haben.

Pferdefütterung heute – was wird gefüttert?

Grundlage der Pferdefütterung sind Heu, Gras, Silage und Kraftfutter. Das Raufutter ist die Basis einer guten Fütterung, denn Pferde benötigen die Rohfasern, die im Dickdarm aufgeschlossen werden. Daraus gewinnen Pferde ihre Energie. Ein Großpferd benötigt circa sechs bis neun Kilogramm Heu täglich. Um genaue Werte zu erhalten, sollte eine Rationsberechnung gemacht werden. Der Energiebedarf des Pferdes hängt von verschiedenen Faktoren ab, zu denen das Temperament, die Rasse, die Haltungsbedingungen und die Leistung zählen. Neben dem Raufutter benötigt ein Pferd, das Leistungen bringen soll, ein gutes Kraftfutter. Auch hier hängt die Menge vom Bedarf ab. Wichtig ist es, das Kraftfutter nur in kleinen Portionen zu geben, um den Magen-Darm-Trakt nicht zu überlasten. Außerdem kann ein Zuviel an Kraftfutter verschiedene Krankheiten begünstigen. Futterergänzungsprodukte sind nicht bei jedem Pferd notwendig.

Ein Pferd von etwa 600 kg benötigt bei mittlerem Arbeitspensum circa:

1,5 kg Futterstroh

5,5 kg Heu

2,5 kg Hafer

0,5 kg Mineralfutter

Je nach geforderter Leistung können Luzerne, Leinsamen, Weizenkleie oder Maissilage zugefüttert werden. Alle Futterrationen sind genau auf das Pferd und dessen Leistungen zu berechnen.

Häufig verwendete Futtermittel und ihre Vorteile

Bei der Pferdefütterung beschränkt man sich auf bestimmte Futtermittel. Je nach Stall und dem Angebot der Region kommen verschiedene Futtermittel zum Einsatz und jedes Futtermittel hat spezielle Vorteile und sollte in bestimmten Mengen gefüttert werden:

  • Heu – reich an Raufasern, gute Ballaststoffe, Pferd wird beschäftigt

– ca. 3 kg je 100 kg Körpermasse

  • Maissilage – proteinarm, mit viel Stärke, kann Hafer ersetzen

– 2 bis 4 kg je 100 kg Körpermasse

  • Grassilage – deckt Proteinbedarf, mehr Vitamine als Heu

– 2 bis 4 kg je 100 kg Körpermasse

  • Klee, Luzerne – sehr eiweißreich, viel Magnesium und Kalzium, sehr gut verdaulich

– 1 bis 4 kg je 100 kg Körpermasse

  • Hafer – Kraftfutter, gut verdaulich, viele Vitamine und Mineralien, wenig Kohlenhydrate

– ca. 0,5 kg je 100 kg Körpermasse

  • Gerste – weniger Eiweiß als Hafer (etwa 10%), viel Stärke, wenig Fett

– ca. 0,5 kg je 100 kg Körpermasse

  • Weizenkleie – darf nur angefeuchtet gefüttert werden, sehr verdauungsanregend

– etwa 0,2 kg je 100 kg Körpermasse

  • Leinsamen – viele Vitamine und Mineralstoffe, beinhaltet Omega 3 und 6 Fettsäuren

– etwa 0,1 kg je 100 kg Körpermasse

Über den Sinn und Unsinn von Ergänzungsfuttermitteln

Bei all dem, was bisher geschildert wurde, könnte man annehmen, dass Futterergänzungen in allen Formen ein unbedingtes Muss sind. Und so sind vor einigen Boxentüren zahlreiche Pülverchen und Tränklein zu finden. Das Angebot an Zusatzfuttermitteln ist riesig. Die Wenigsten sind wirklich notwendig. Gerade bei Futterergänzungsprodukten ist es wichtig, nicht sinnlos drauf loszufüttern. Hier sollten Absprachen mit einem Tierarzt erfolgen. Einige Produkte können nämlich durchaus auch schaden. Die Annahme, alles, was zu viel ist, wird automatisch ausgeschieden, ist falsch. So kann zum Beispiel eine Überversorgung mit Selen zu schweren Erkrankungen führen, denn Selen ist sowohl lebensnotwendig, kann aber auch hoch-toxisch sein. Das gilt auch für andere Spurenelemente. Futterergänzungsmittel sollten also niemals ohne bestimmten Grund gefüttert werden.

Wann sind Futterergänzungsprodukte sinnvoll?

Auf jeden Fall immer dann, wenn Pferde Mangelerscheinungen aufweisen, bereits Erkrankungen haben, die mit einer ausgewogenen Fütterung verbessert werden können oder sehr hohe Leistungen bringen müssen. Futterergänzungsmittel haben sich besonders bei Problemen mit dem Bewegungsapparat bewährt. Reitpferde oder Turnierpferde, die im Sport extrem beansprucht werden, weisen immer wieder Sehnenschäden, Muskelprobleme und Gelenkerkrankungen auf, die nicht selten auch von Schmerzen begleitet werden. Aber auch durch Zucht und Bewegungsmangel können Erkrankungen entstehen. Eine gezielte Fütterung kombiniert mit einer angepassten Bewegung kann hier wahre Wunder wirken. Sicher wird man aus einem alten Pferd, das schon einiges im Leben geleistet hat, kein junges Fohlen machen. Aber schmerzfreie bzw. -freiere Bewegungen sind möglich. Dazu ist ein hochwertiges Ergänzungsfutter notwendig, dessen Komponenten genau auf die entsprechenden Probleme abgestimmt sind.

Synthetisch oder natürlich - was ist effektiver?

Gerade bei langwierigen Erkrankungen können natürliche Heilmittel die bessere Alternative sein, denn sie wirken oft sanfter und effektiver. Deshalb beinhalten Futterergänzungsprodukte meist natürliche Inhaltsstoffe, die gezielt auf die Mangelerscheinungen oder Erkrankungen abgestimmt sind. Inhaltsstoffe wie Glucosamin, Chlorella, Methylsulfonylmethan (MSM) und andere haben sich bereits mehrfach bewährt.

Der Vorteil natürlicher Inhaltsstoffe: sie können meist vom Körper besser aufgenommen werden und sind wichtige Bausteine.

Augen auf beim Kauf von Futterergänzungsprodukten

Wichtiges Kriterium bei Ergänzungsfuttermitteln ist vor allem die Qualität. Immer mehr Produkte werden heute aus Rohstoffen hergestellt, die aus einem kontrollierten Anbau kommen, bei dem auf den Einsatz von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln verzichtet wird. Diesen Produkten ist natürlich der Vorrang zu geben. Doch auch auf das Unternehmen, welches hinter den Produkten steht, sollte man achtgeben. Gezielt wirkende Produkte werden nicht ohne Grund durch Tierärzte entwickelt. Aus diesem Grund habe ich mich für die Entwicklung von EquiMove entschieden - natürliche Wirkstoffe für ein glückliches, langes Pferdeleben. Damit Bewegung wieder Freude macht!